Immer noch plane ich, Katzenhöhlen zu filzen. Um mich etwas darauf vorzubereiten, habe ich auf kleiner Fläche etwas ausprobiert, inspiriert von den ersten fliegenden Schmetterlingen und den Frühlingsblumen im Garten.
Material:
kardierte, gefärbte Wolle
Wasser mit Spülmittel
Guetzliform Schmetterling
Filznadel
Küchentuch
Vorgehen
Als erstes habe ich in der Guetzliform einen kleinen Schmetterling nadelgefilzt. Wichtig dabei, nicht zu stark filzen, damit er sich noch gut in den Nassfilz integrieren kann.
Dann habe ich die blaue und grüne Kardwolle kreuz und quer ausgelegt und darüber die blau-weiss gemischte Wolle und die bunten Flecken für die Blumen.
Mit den Händen kann man jetzt schon erspüren, wo genug Material ist, und wo es noch fehlt, für ein gleichmässiges Stück Filz.

Anfilzen
Als erstes vorsichtig warmes Wasser Seifewasser darüberträufeln, dass die Fasern zusammenfallen.
Mit den Fingerspitzen sage ich den Fasern, dass sie ineinandergreifen sollen. Ganz sachte, um keine Löcher zu machen, mit kleinen kreisenden Bewegungen. Systematisch in Reihen von oben nach unten, von links nach rechts, immer wieder von allen Seiten. Das Werkstück zu drehen, hilft die Bewegung noch gleichmässiger auf alle Fasern zu verteilen. Ich stelle fest, dass dieser Arbeitsschritt trotz seiner Sanftheit die Sehnenscheiden beansprucht.
Obwohl beides Saaser Mutten Fasern sind, wollten sich die weissen Fasern der Wolken nur schwer mit den blauen Fasern des Himmels mischen. Geduldiges, punktuelles Einwirken auf die Stellen, feine, sanfte Bewegungen brachten sie dann doch zusammen.

Filzen und walken
Ein Küchentuch ausgelegt, und das kleine Werkstück beidseitig darin eingeschlagen und straff aufgerollt. Dann walken. Die Rolle wie einen Teig, aus dem ein Strang werden soll hin- und herrollen. Öffnen, in Form ziehen, um 90° drehen, einrollen, walken. Genauso auf der Rückseite und in der Diagonale.
Mir gefällt der Rhythmus. Walken, begutachten, einrollen, walken. Der Teil an dem geplant werden konnte ist vorbei, die Ausformung ist das meditative Vor und Zurück der immer fester werdenden Rolle. Bis es genug ist. Es gibt keinen allgemein richtigen Zeitpunkt, aber es wird sich richtig anfühlen, wenn es fertig ist.
Auswaschen, ein letztes Mal in Form zupfen und trocknen lassen.
Der Filz wird sich schon bald trocken anfühlen. Eine der Eigenschaften der Superfaser Wolle

Finale Details
Was ich beim Auslegen der Fasern nicht bedachte, ist, wie flach die Farbe des Schmetterlings im Filz verschwindet. Mit etwas weissen, blauen und braunen Fasern, und ein Paar grünen Locken, versuchte ich mit der Filznadel etwas mehr Kontrast in die Farbfläche zu bringen, und den Schmetterling noch mehr herauszuheben.
Was wohl passiert, wenn ich in einem nächsten Versuch diese Kontraste im Hintergrund direkt zu legen versuche und ein nadelgefilztes Objekt, das ich mit einfilze auch schon detaillierter mache?
Ich nehme die Erfahrungen aus dieser kleinen Fingerübung mit ins nächste Projekt. So wie Wolle bei jedem Arbeitschritt Luft aufnimmt, oder wieder abgibt.



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